Dauerhafte Einträge
Liebe Leute,
ich möchte Euch ganz herzlich zum
"Forum Europa", der ersten Unconference zur Europäischen Union,
einladen, dass die JEF-Hamburg zusammen mit der
Europa Union Hamburg und dem
Infopoint Europa am Samstag, den 27. März 2010 veranstaltet.
Es haben sich schon einige interessante Personen angekündigt und ich bin guter
Dinge, dass wir dort ein recht buntes Programm haben werden und würde mich
freuen, wenn wir auch in der europapolitisch interessierten "Szene" das
moderne Format der BarCamps etablieren könnten und diese Veranstaltung gut
besucht würde.
Als Mitveranstalter freut es mich, dass wir jetzt schon sehr bunte
Ankündigungen von Themen haben. Diese reichen von eher "harten" Themen wie
etwas vertragliche Fragen rund um den Vertrag von Lissabon,
politischen wie Europa 2020 und auch eher weiche Themen, wie etwa
ein Workshop zur europäischen Blogosphäre, den mein Kollege
Martin Teubner anbieten wird. Ich
selbst bin als Organisator leider recht eingebunden, überlege aber dennoch,
ob ich nicht einen kurzen Vortrag mit anschl. Gesprächsrunde zur
europäischen Jugendstrategie anbiete, mit der ich mich im letzten
Jahr auf vierlei Ebenen auseinandersetzen durfte.
Da dies unseres Wissens, dass erste EU-BarCamp ist und dieses Format vielen potentiellen
Teilnehmern erst noch nahegebracht werden muss, haben wir uns entschieden, keine Unconference
in Reinkultur zu machen, sondern auch einen Track mit gezielt eingeladenen Gästen zu besetzen.
Hier konnten wir spannende Teilnehmer gewinnen. Persönlich freue ich mich besonders
auf den Vortrag von dem Demographie-Experten der Bertelsmann-Stiftung, Dr. Ole Wintermann,
über globale Megatrends.
Ich hoffe, ich konnte Euer Interesse wecken und Ihr habt Lust bekommen gemeinsam mit
uns einen spannenden, informativen, lehrreichen und vorallem begegnungsreichen Tag
rund um das politische Europa zu erleben.
Mittwoch, 24. September 2008
Spiegel Online hat ein lesenswertes, weil entlarvendes
Portrait
des Initiators der Initiative "Wir wollen lernen", Dr. Walter
Scheuerl, geschrieben.
Scheuerl entwickelt einen Hang zu verwegenen Deutungen, wie
im Fall der Pisa-Ergebnisse 2003: "Hamburgs Gymnasien liegen vor
Pisa-Sieger Finnland" - weil bei Finnlands Pisa-Werten alle Schüler
berücksichtigt wurden, ist das weder überraschend noch von
Bedeutung. Scheuerl trompetete auch zu einer Statistik über
Hamburger Schulabbrecher, keine Schulform würden mehr Schüler ohne
Abschluss verlassen als die Gesamtschule (und ganz besonders
finster sehe es aus an jener Gesamtschule, an der Goetschs Ehemann
unterrichte). Trickreich verglich Scheuerl nur die absoluten Zahlen
- nimmt man die prozentualen Anteile, entsteht ein etwas anderes
Bild: Neun Prozent der Gesamtschüler schaffen den Abschluss nicht,
bei den Hauptschülern sind es rund 20 Prozent.
In dem Zusammenhang möchte ich auf die laufende Eintragung für das
Volksbegehren "Eine Schule für
Alle" hinweisen und darum bitten sich zeitig
einzutragen, da
die Hürden relativ hoch sind; und - schlimmer noch - zu befürchten
steht, dass die ersten Reformen, die jetzt angegangen werden, jäh
gestoppt werden könnten, sollte Moorburg irrationalerweise zum Bruch
der Koalition führen. Ich habe ein ungutes Gefühl.
Wer unentschlossen ist, z.B. weil die Argumente unbekannt sind, möge
mich bitte gerne kontaktieren. Ich werde mich bemühen die Argumente sachlich,
und im Gegensatz zu Scheuerl ohne kreative Interpretation der empirischen Datenlage,
darzulegen.
Freitag, 9. Mai 2008
Es passiert selten, dass mich politische Personalien begeistern. Natürlich freue ich mich über gute Leute - und davon gibt es, neben allem Mittelmaß, nicht nur bei uns, einige. Aber wirklich exzellente Besetzungen sind selten. Das neue Führungspersonal der Schulbehörde hingegen erfreut mich sehr.
Mit Christa Goetsch haben wir nun wieder eine entschlossene Schulsenatorin, die mit "Hand, Herz und Verstand" (wie es in grünen Bildungsschriften so oft so schön hieß) entschieden versuchen wird, unser selektives und dabei nicht mal besonders leistungsfähiges Schulsystem zu reformieren. Die Entscheidung Ulrich Vieluf als Staatsrat zu berufen ist ein gutes Zeichen. Nur wenige kennen den Behördenapperat so gut, sind fachlich so versiert und mit so viel Leidenschaft dabei. Es ist ein gutes Zeichen und eine kluge Entscheidung, dass diese Stelle nicht nach grüner Partei-Mitgliedschaft besetzt wurde, sondern nach inhaltlichen Gesichtspunkten. Ich mache keinen Hehl daraus, die Namen, die vorher gehandelt wurden, begeisterten mich nicht. Es wären gute Leute gewesen, aber für die kommende Aufgabe eben nicht gut genug.
Denn machen wir uns nichts vor: die nächsten vier Jahre werden schwierig. Sehr schwierig. Schulpolitik ist ein schwieriges Geschäft, bei dem, mehr noch als in anderen Bereichen, jeder meint mitreden zu können, weil ja schließlich jeder selbst schon einmal Schüler gewesen ist. Die eigene Perspektive wird dabei bar jeder Sachkenntnis nur allzu gerne verallgemeinert. Umso froher bin ich, dass jemand der etwas von Empirie versteht, nun die Verwaltung leiten wird.
Ich kann nur hoffen, dass andere personelle Frage mit ähnlich viel Umsicht entschieden werden und wünsche Ihnen und uns viel Durchhaltevermögen und kommunikative Stärke, die Reformen erfolgreich zu vermitteln. Ich für meinen Teil habe mir fest vorgenommen mich wieder stärker in die Diskurse einzumischen und meinen kleinen, bescheidenen Teil dazu beizutragen. Die Tür ist einen Spalt weit auf, jetzt gilt es sie nicht wieder zu fallen zu lassen und den sich gründenden Initiativen gegen die Reformen wortgewaltig entgegen zu treten!
Donnerstag, 26. Mai 2005
Ich hielt die Deputation immer für eine der sinnvolleren Hamburgensien. Kritiker wenden gerne ein, die Deputation hätte kaum Macht. Durch die Art und Weise wie die Sitze vergeben werden, immer schön nach Parteiräson, wäre sie unnötig, da die Mehrheitsverhältnisse des Parlaments abgebildet würden und es nicht zu erwarten sei, dass die Deputierten einer Partei gegen Vorhaben ihrer Senatoren stimmten.
Diese Argumentation ist richtig. Dennoch hat die Deputation m.E. durchaus einen Sinn. Die eigentliche Macht der Deputierten liegt nämlich weniger in ihren Mitentscheidungsrechten als in ihren Informationsrechten. Deputierte genießen das Recht, jederzeit Einsicht in die Akten der Behörde Einsicht zu nehmen. Die Deputation ist also weniger Entscheidungs- denn Kontrollgremium. Und zwar ein entscheidendes: denn Bürgerschaftsabgeordnete haben regulär kein Akteneinsichtsrecht!
Der von von Beust geführte Senat will nun dieses Einsichtsrecht der Deputierten auf Vorgänge von "grundsätzlicher Bedeutung" einschränken. Das Ergebnis: die Vorgänge in den Behörden würden obskurer. Sie wären schwerer bis kaum noch zu kontrollieren. Durch wen denn auch?
Da frag ich mich doch: was soll das?
Sonntag, 22. Mai 2005
Richard Sennett macht in der aktuellen Zeit einige in Ihrer Allgemeinheit sehr zutreffende Aussagen über den Kapitalismus.
Nun behaupten die Apostel des neuen Kapitalismus, ihre Version der drei Grundthemen – Arbeit, Qualifikation, Konsum – sorge für größere Freiheit in der Gesellschaft. Ich streite nicht mit ihnen über die Frage, ob ihre Version der Wirklichkeit entspricht. In der Tat, Institutionen, Qualifikationen und Konsummuster haben sich verändert. Ich behaupte vielmehr, dass diese Veränderungen den Menschen keine Freiheit gebracht haben. Warum? Weil die Menschen äußerst besorgt und beunruhigt sind im Hinblick auf ihr Schicksal unter den Bedingungen des »Wandels«. Was ihnen fehlt, ist ein mentaler und emotionaler Anker. Nachdem sich der alte, soziale Kapitalismus aufgelöst hat, erzeugen die neuen Institutionen nur ein geringes Maß an Loyalität und Vertrauen, dafür aber ein hohes Maß an Angst vor Nutzlosigkeit.
Diese Angst gelte es durch Akzeptanz eines einfachen Grundsatzes zu bekämpfen: Nützlichkeit stelle ein öffentliches Gut dar, das genutzt werden sollte. Wäre es nicht schön, wenn es so einfach wäre?
Egal, am 27. ist Sennett im Schauspielhaus und ich spiele mit dem Gedanken, mir einmal anzuhören, was er denn zu sagen hat. Hat jemand Lust mich zu begleiten?
Montag, 21. März 2005
Die Ausstellung im Ernst-Barlach-Haus zeigt einige sehr schöne Exponate. Jedem, der der abstrakten Kunst etwas abgewinnen kann, kann ich einen Besuch empfehlen.
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