Montag, 8. Juni 2009
So richtig freuen kann ich mich über das Ergebnis der
Europawahlen nicht. Als grünes Parteimitglied erfreut es
mich natürlich, dass die Grünen ein recht veritables
Ergebnis erzielt haben. Dies freut mich auch deshalb
sehr, weil ich die Motive der Kampagne ziemlich
miserabel gefunden habe und nicht glaube, dass sie
die Menschen sehr angesprochen haben wird.
Dies nicht etwa wegen der viel kritisierten Maxime
"WUMS", die durchaus auch etwas selbstironisches hätte
haben können (was erfrischend gewesen wäre, da
Selbstironie in der politischen Kommunikation leider ein
eher seltenes Pflänzchen ist). Problematisch fand ich
viel mehr: es gab kaum Köpfe zu sehen und dort, wo sie
fehlten, auch keine positiven emotionalen Bilder.
Stattdessen gab es nur ein übergroßes "WUMS", dass in fataler Weise
symbolisierte, was zur EU oft festgestellt wird: sie sei
als politisches Gebilde zu weit weg und zu abstrakt.
Wie anders sollte man sich erklären, dass auch diesmal wieder deutlich weniger
Menschen gewählt haben als bei Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahlen?
Die Parteien, und zwar ausnahmslos alle, haben leider
wenig dazu beigetragen dies zu ändern. Die SPD hat eine
Anti-Kampagne gefahren und EU-Klischees bedient (an
denen durchaus auch etwas wahres dran ist) und für
die CDU fand die Europawahl, insbesondere auf
überregionaler Ebene, kaum statt, so dass man sich nicht
wundern muß, dass Pöttering, der eigentlich schon qua
seines Amtes ein gut darstellbarer Spitzenkandidat
hätte sein müssen, der Mehrheit der Bevölkerung nicht
bekannt ist und sogar weit weniger bekannt ist als etwa
Martin Schulz. Am besten hat es da vermutlich noch die FDP
gemacht, die den Wählern zumindest ein Gesicht gegeben
hat; auch wenn ich starke Zweifel habe, dass der
Wahlerfolg darin begründet liegt.
Mindestens ebenso ärgerlich ist die geringe
Berichterstattung in den Medien. Zwar hatte ich das
Gefühl, dass in den letzten Tagen vor der Wahl recht
viel thematisches kam, aber das ist nicht das gleiche,
wie eine kontinuierliche Berichterstattung. Denn wie
glaubwürdig, wie überzeugt ist es, wenn stets kurz vor
der Wahl feststellt wird, wie wichtig das EP doch sei
und kurz nach der Wahl niemand mehr davon redet?
2004 lag der Anteil der Europawahlberichterstattung in
Deutschland bei etwa 2 mageren Prozentpunkten, womit
Deutschland das Schlußlicht innerhalb der EU bildete.
Subjektiv habe ich das Gefühl, dass sich das gebessert
haben könnte, aber dieser Eindruck mag auch meiner sehr
selektiven Mediennutzung geschuldet sein.
Wie auch immer: hier sind die Medienvertreter gefragt,
dieses Thema stärker zu popularisieren. Und hier sind
sie verdammt noch mal in die Pflicht zu nehmen! Es mutet
schon etwas grotesk an, wenn man in den Feuilletons
derzeit Debatten über die Bedeutsamkeit des
"Qualitätsjournalismus" im Internetzeitalter lesen
darf und dann auch in eben diesen Zeitungen die
EU-Berichterstattung eher mau ist.
Die anhaltend niedrige Wahlbeteiligung ist nicht
zufriedenstellend. Hier muss mehr passieren und hier
müssen wir mehr tun. Umso mehr freut es mich, dass ich,
entgegen der obigen Kritik, gerade in den letzten
Monaten erfahren durfte, wie viel ernster viele
Vertreter der Jugendorganisationen der Parteien diese
Fragen nehmen. Auch wenn es leider nicht reichte: mir
hat es Spaß gemacht mit Ihnen (und anderen!) für die
gemeinsame Sache zu streiten und hoffe, dass wir die
Einigkeit in dieser Frage auch dazu nutzen können, dass
wir dann vielleicht in fünf Jahren besser aufgestellt
sind. Und wenn nicht dann, dann spätestens in zehn mit
einer neuen Generation von Politikern, die nicht in dem
Maße dazu neigt, alle politischen Erfolge "zu
nationalisieren" und alle schwierigen Fragen "zu
europäisieren".
Montag, 25. August 2008
Ich fahre recht gerne mit der Bahn. Jedenfalls dann wenn die Strecken nicht zu weit sind und ich nicht stehen muß. Letzteres passiert aber sehr selten, da der geübte Bahnfahrer weiß, zu welchen Zeiten man besser einen Platz reservieren sollte.
Besonders gerne fahre ich in den späten Abendstunden, denn dann kann man währen der Fahrt wunderbar entspannen. Die
Fahrgastzahlen sind niedrig und die Wagen ruhig. Es ist ungestörte Zeit für Gedanken und Lektüre und vereinzelt auch für ein nettes Gespräch. Zu später Stunde setze ich mich gerne in das Bistro, da mir manche Wagen dann schon fast etwas zu leer sind, vorallem aber da ich dann an einem Tisch gemütlich eine Zeitung aufschlagen und in Ruhe einen Kakao trinken kann. Denn Kaffee gibt es zu später Stunde, wie ich heute wieder festellen mußte, in IC's leider nicht mehr. Während jeder Regionalzug mittlerweile Kaffeautomaten hat, sind die Kaffee-Apperate im IC dann bereits abgeschaltet, so dass nur eine überschaubare Kaltgetränkeauswahl bleibt. Das ist schade, aber damit kann ich mich gut begnügen. Eine Frage, die mich aber auch diesmal wieder umtrieb ist die, warum es in IC's (im Gegenzug zu durchschnittlichen Regionalzügen oder ICE's) so oft so unschön muffelt. Sind es die Klimaanlagen? Solange sich hieran nichts ändert ist eine Fahrt im IC nicht wirklich einladend und für die Bahn werbend...
Abgesehen davon war die Fahrt sehr angenehm, da ich die störende Gerüche irgendwann kaum noch wahrnahm und mich auf die Lektüre der noch aktuellen Ausgabe der New York Review of Books konzentrieren konnte. Zwar habe ich diese Ausgabe noch nicht ganz durchgelesen, die Mehrheit der Artikel hingegen schon. Deshalb kann ich auch sagen, dass diese Ausgabe wieder sehr gelungen ist und möchte sie jedem Leser dieses Weblogs dringend empfehlen.
Die Review ist ein ganz hervorragendes Blatt das seines gleichen sucht und zumindest in der deutschsprachigen Zeitschriftenlandschaft nirgendwo findet. Das Spektrum der Themen die in der Review behandelt werden ist sehr breit und die Qualität der Artikel zumeist sehr gut. Man sollte sich durch den Titel nicht abschrecken lassen. Wer ob des Titels trockene Rezensionen erwartet, der wird nach der Lektüre diese Erwartung nicht bestätigt finden. Denn das Geheimnis der liberalen
Review, deren thematische Bandbreite Literatur, Politik, Recht, Geschichte, Wissenschaft, Highbrow-Culture ebenso wie Lowbrow-Culture umfasst, ist es, dass aktuelle Bücher eher frei besprochen werden und gelegentlich auch nur der Anlass dazu sind ein Thema aufzugreifen und gelehrt darzustellen. Viele Artikel des Blattes, gerade zu politischen Themen, sind keine Rezension sondern richtig gut geschriebene Hintergrundartikel von richtig guten Autoren.
Kurzum: ich kann jedem aufgeschlossenem Kopf das intellektuelle Flagschiff der amerikanischen Presselandschaft nur dringend ans Herz legen und glaube, dass die aktuelle Ausgabe ein gutes Beispiel für die Qualität dieses Blattes liefert. Leider sind die beiden Artikel, die mir diesmal am besten gefielen, nicht online zu finden. Dies ist sehr schade, da Helen Epstein, die in der NYRB regelmäßig exzellente Artikel zu medizinischen Themen schreibt, einen interessanten Artikel über die ambivalente Geschichte der Geburtenkontrolle geschrieben hat, der exemplarisch zeigt wie spannend auch Themen sein können, auf die man sich von sich aus vielleicht nicht gerade zu bewegt hätte. Ebenfalls sehr gut, weil exemplarisch für die Qualität der politischen Artikel der Review, ist Roger Cohen Artikel über die erfolgreiche Intervention Kofi Annans in Kenya. In diesem zeigt Cohen sehr schön, wie eine erfolgreiche R2P-Interventionsstrategie aussehen kann, wenn sich die entscheidenden Akteure einig sind und entschlossen handeln. Ein unbedingt lesenswerter Artikel, der etwas Mut macht!
Samstag, 7. Juni 2008
Seit Jahren nörgele ich hier und da über mangelnden Datenschutz und ich muß
sagen, ich war oft frustriert, wenn ich merkte wie gering das Problembewußtsein für
solche Fragen bei einigen Mitmenschen ist. Denn dass Sorgen begründet sind zeigt sich
zunehmend öfter. Die Meldungen, dass Daten durch
Fehler oder Käuflichkeit von Mitarbeitern
"verloren" gingen häufen sich. In manchen Fällen mag
man sich heimlich freuen, etwa über Lichtensteiner DVD's. Andere hingegen,
wie etwa der jüngste
Datenverlust
einer amerikanischen Bank, sind dagegen schon eher Anlass zur Sorge.
Es war nur eine Frage der Zeit bis der erste große Skandal kommt und ich muß
sagen, es erfüllt mich mit einer gewissen Schadenfreude, dass es gleich die
Telekom erwischte. Die Stimmung kippt. Und das ist erfreulich.
Die Demoskopen stellten jüngst fest:
72%
der Deutschen machen sich derzeit Sorgen um den Datenschutz. Ich hoffe
diese Stimmung hält an und verpufft nicht in dem Maße, wie die Berichterstattung
nachlässt. Und ich hoffe, die Parlamentarier machen ihre Arbeit und kommen zu dem Schluss,
dass überall dort, wo Daten gesammelt werden, die einzelnen Personen zuzuordnen sind,
striktere Regelungen getroffen werden müssen.
Samstag, 13. Mai 2006
... fragte sich die Financial Times Deutschland, befragte daraufhin 551 Ökonomen und war von den Ergebnissen "verblüfft". Die Vielfalt der Antwort zeigen sehr eindeutig, dass die Mehrheit Ökonomen keineswegs die Rürupschen oder Sinnschen Vorstellungen teilen. Die Ergebnisse zeigen vielmehr sogar, dass die Ökonomenzunft sich teilweise sehr uneins ist, was jeden aufhorchen lassen sollte, der leichtfertig an die einfachen Wahrheiten, die stets als Heilmittel für unsere abgeblich ach so kränkelnde Wirtschaft gepriesen werden, glaubt.
Ein paar Kostproben: die Mehrheit nannten auf die Frage nach Vorbildern ausgeprägte Sozialstaaten wie Schweden, Holland, Dänemark. Mehr als 40 Prozent räumen ein, dass sich die Zunft selbst in grundsätzlichen Fragen nicht einig ist. Rund die Hälfte der Ökonomen findet, dass die Steuerlast in Deutschland nicht zu hoch ist. FTP und Grüne hätten, dürften nur die befragten Ökonomen wählen, in Deutschland eine Mehrheit. Und dann: Nicht einmal die Hälfte der Wirtschaftswissenschaftler stufen es als sehr wichtig ein, die aktuelle Wirtschaftslage zu kennen.
"Was Ökonomen wirklich wollen..." vollständig lesen
Samstag, 1. April 2006
Alle paar Jahre wieder gibt es in der Netzwelt irgendwelche Moden, die sich weniger durch eine bestimmte Optik als durch gewisse Anschauung auszeichnen. Diese Moden, nennen wir sie "Hypes", haben eines gemeinsam: die Diskussion über sie ist in großem Maße selbstreferentiell, sind
jedem der sich in dem Medium selbstverständlich bewegt selbst verständlich bekannt, aber darüber hinaus nur für gelegentliche Meldungen außerhalb der virtuellen Welt gut. Während mich eine dieser Moden, die allgemeine vorallem im angelsächsischen Sprachraum vorzufindene "Web 2.0"-Euphorie, eher zum Gähnen bringt, finde ich die andere, die spezielle "Blog-Euphorie und Wiki-Manie", ganz interessant. Dies vorallem deshalb, weil ich lange glaubte, dass sie ein Paradebeispiel dafür ist, wie leicht man etwas überschätzt, das ein lieb gewordenes Interessensgebiet ist.
So gibt es seit langem "Blogger", die in geradezu manischer Weise Utopien beschwören, etwa eine "Renaissance der Demokratie" progagieren, für die die neuen medialen Technologien Katalysatoren sind. Eine neue Kultur der Teilhabe wird beschworen wird, die Möglichkeit zumindest großer publizistischer Macht für den Einzelnen, der einhergeht mit einem Bedeutungsverlust der tradionellen Medien. An diesem Punkte scheiden sich die Geister: denn was für die einen Chance und Segen, ist für die anderen ein Gräuel vor den Herrscharen von Amateuren, die in der Summe zu einem höheren Maße an medialer Desinformation beitragen. Mein Eindruck ist allerdings der, dass sich die Debatte zunehmend versachlicht. So merken die Wikipedia-Kritiker zunehmend, dass die Wikipedia durchaus einen Nutzwert hat, während Wikipedianer merken, dass offene Systeme auch so ihre Probleme haben und es mit einem einfachen Rollback bei offensichtlichen Schmierereien nicht getan ist.
Was die Blogosphäre, das ist sozusagen der virtuelle Raum der untereinander vernetzten und verlinkten Weblogs, anbelangt, so ist eine beliebte Äußerung von Weblog-Autoren die der publizistischen Macht. Ich habe von dieser Position nie viel gehalten. Meine Argumentation ist einfach. Es gibt derzeit zwar schon eine riesige Zahl an Weblogs, die aber doch noch insofern überschaubar ist, als dass die Anzahl der vielgelesenen Weblogs verhältnismäßig gering ist. Hier wird es eine Diversifizierung geben. Schaut man sich den aktuellen status quo an, so kommt man nicht um den Eindruck umhin, dass die meisten Debatten, wenn es denn solche gibt, in kleinem Kreise geführt werden. Von einem Ersatz für Printmedien, vorallem zum Zwecke der Herstellung einer gemeinsamen Öffentlichkeit, sind sie nur bedingt geeignet. So war ich also im wesentlichen der Auffassung, dass Weblogs vielleicht eine Informationsquelle mehr sind, auch für Journalisten, die aber in ihrer Bedeutung nicht viel herausragender sei als etwa ältere Medien wie Mailinglisten oder Netnews. Diese Auffassung muß ich, zumindest in Teilen, revidieren.
"Über Macht und Einfluß der "Blogosphäre" (oder "Der Fall Transparency International")" vollständig lesen
Mittwoch, 8. Februar 2006
Wenn ich mir derzeit die Bilder ansehe, was in Teilen der islamischen Welt passiert, wird mir schlecht. Das aus dem Iran nichts gutes kommen würde war abzusehen. Das aber ein paar Karikaturen auch in anderen islamischen Ländern zu gewaltätigen Ausschreitungen führen, gibt zu denken und bestätigt mich allemal in meiner grundsätzlichen Abneigung gegen zu ernst genomme Religiösität, wie auch in meiner Ablehnung von emotionalisierten Massen, in denen Individualität und Verstand ganz schnell verloren geht und sich schnell ein Mob bildet.
Da ich leider immernoch etwas gehandicaped bin, verweise ich auf
einen pointierten Artikel Sonia Mikichs, auf den mich Christian Köllerer dankenswerterweise aufmerksam machte. Er trifft meine Geisteshaltung sehr gut.
Dass Fundamentalisten aller Couleur frei von jeglicher Fähigkeit zur Selbstreflexion, Selbstkritik oder gar Selbstironie sind, wäre weiter nicht erwähnenswert, wenn sie ihre Herzensangelegenheiten nicht mir und meiner Welt aufdrücken würden. Sie setzen voraus, dass unsereins einen Kotau veranstaltet, weil einer von ihnen bekennt: "Achtung! Religiöse Gefühle! Wir verlassen die Privatsphäre!"
Gefühle werden zunehmend in der selbstreferentiellen Welt der Gottes-, Allah- oder Jahwekrieger zur Waffe und zur letzten Instanz geadelt.
Allzeit abrufbar, gnadenlos.
Allerdings meine ich auch, dass mit solchen klaren Worten alles gesagt ist. Sich keinen Maulkorb verpassen lassen, heißt nicht, dass man die Angelegenheit weiter eskalieren muß. Die nächsten Wochen weiterhin auf den Titelseiten dieses Thema dermaßen undifferenziert zu plakatieren, in dem der Kampf der Kulturen zur Schlagzeile erhoben wird, mag medienwirksam sein, aber vernünftig und notwendig (unsere Meinungsfreiheit ist nicht gefährdet!) ist es nicht.
"Kulturkriege?" vollständig lesen
Samstag, 10. Dezember 2005
Die
FAZ berichtet über die Unzulänglichkeiten der Wikipedia. Der Artikel schließt mit den Worten:
Ob man ans Richtige oder ans Verkehrte gerät, wird unter Internetbedingungen zunehmend eine Zufallsfrage. „Der Zufall” aber, warnt ein im World Wide Web häufig anzutreffendes Zitat von Louis Pasteur, „begünstigt den gut vorbereiteten Verstand.”
Allerdings, so möchte ich dem Autoren zurufen: "Ob dies erst seit Internetbedingungen wage ich zu bezweifeln!".
Viele Referenzwerke haben ihre Schwächen. Letzte Woche etwa, als ich etwas im Höffeschem "Lexikon der Ethik" nachschlagen wollte, wurde mir dies sehr bewußt. Ich wollte gucken, ob etwas zur Begriffsgeschichte des Wortes Askese zu finden ist. Die Darstellung beginnt, abgesehen von ein paar sehr allgemeinen Platitüden, bei Weber und Marcuse und endet bei Freud. Die Antike ist überhaupt nicht präsent. Daraufhin geriet ich ein wenig ins Blättern und mußte mit Erschrecken feststellen, dass dieses Werk mit psychoanalytischen Deutungsmustern durchtränkt ist. Ein Sachverhalt den ich, ob des Herausgebers, in dieser Eindeutigkeit gewiß nicht erwartet hatte. Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass die betreffenden Artikel nicht von Höffe geschrieben wurden.
"Der Zufall begünstigt den gut vorbereiteten Verstand."
Im Netz und überall sonst.
Samstag, 26. November 2005
Ich möchte auf einen wirklich lesenswerten Artikel hinweisen. Auf einen Artikel, nach dessen Lektüre ich dachte: Endlich! Endlich mal wieder ein Artikel zu einem Thema, dass mich interessiert und bei dessen Lektüre ich nicht stets "Schon-Gelesen" denke. Ein Artikel der Art, wie ich ihn gerne wieder öfter in meiner Wochenzeitung der Wahl lesen würde.
Zwar relativierte sich meine anfängliche Begeisterung etwas, nachdem ich in Erfahrung gebracht hatte, warum mir der Name des Autoren bekannt vorkam. Er veröffentlichte an anderer Stelle eher Fragwürdiges, etwa gemeinsam mit einem Autoren namens Heribert Illig, der unterhaltsame Behauptungen über die Nichtexistenz Karl des Großen aufstellt oder über dreihundert Jahre erfundener Geschichtsschreibung. Meine Begeisterung wich also einer gewissen Ambivalenz, was freilich nicht gegen den Artikel spricht, denn ich bin ja schon groß und weiß, dass Vorsicht stets ein guter Ratgeber ist, gerade dann, wenn viele Daten dargeboten werden. Entscheidend ist doch, die ZEIT ist kein schulisches Lehrwerk, sondern manchmal durchaus noch Plattform für Diskurse und Gedankenspiele. Wenn auch viel zu selten.
"Die große Langeweile" vollständig lesen
Dienstag, 8. November 2005
Schade!
Ich hatte große Erwartungen.
Samstag, 24. September 2005
Der gute Professor Pfeiffer vereinfacht manchmal zu sehr, gerne auch dann wenn es um die Medien geht. Dennoch kommt man nicht umhin festzustellen, dass er mit seinen Vereinfachungen die Sachverhalte mitunter doch ganz gut trifft. Gestern noch vernahm ich mit Interesse in Delta von einer neuen großangelegten Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und lese heute im
Heise Ticker ein zentrales Ergebnis:
Pfeiffer: "Ein Übermaß an Medienkonsum macht dick, dumm, krank und traurig."
Da hat er wohl mal wieder recht, der Professor Pfeiffer.
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